Deutschen Preis für Denkmalschutz


Am 13. November hat der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Manfred Kegel, für seinen außergewöhnliche Einsatz zur Rettung archäologischer Denkmäler in den letzten 36 Jahren den Deutschen Preis für Denkmalschutz erhalten.

Manfred Kegel bei der archäologischen Untersuchung der Kopschiner Schanze 2011

Am Anfang dieses einmaligen Engagements stand die Neugierde. Interessiert durch eine kleine Präsentation archäologischer Funde suchte Manfred Kegel Anfang der 80iger Jahre Kontakt zum ehrenamtlichen Denkmalpfleger Heinz Trost. Damit startete Manfred Kegel seinen Einsatz für Bodendenkmale in einer Zeit als die archäologische Fundstellen der Lausitz durch intensiven Braunkohleabbau stark gefährdet waren. Nachdem ihm Heinz Trost und der Bezirksarchäologe Günter Wetzel die wichtigsten Grundlagen zu praktischer Denkmalpflege und wissenschaftlicher Dokumentation vermittelt hatten, betreute Manfred Kegel ein 2000 km² großen Gebiet in der nördlichen Oberlausitz. Mit Feldbegehungen, Sondagen und Notbergungen stemmten sich alle drei gemeinsam gegen den hohen Verlust an archäologischer Substanz. Manfred Kegel zeichnete sich dabei vor allem durch wissenschaftliche Gründlichkeit und seinen leidenschaftlichen Einsatz bei der Sicherung vorgeschichtlicher Funde aus.

Nach der politischen Wende 1990 setzte er auf die Zusammenarbeit mit dem Museum der Westlausitz und eine enge Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen. Er unterstützte die systematische Dokumentation von Hügelgräbern, organisierte gemeinsame Luftbildbegehungen, half bei der geomagnetischen Untersuchung von vorgeschichtlichen Burganlagen sowie bei den Grabungen auf dem Gräberfeld Weißkollm oder den Schanzen von Kopschin und Dubring. Genau wie während der Tagebauforschung waren es besonders die gemeinsamen Aktivitäten, die Manfred Kegel am Herzen lagen. Gemeinsam macht es einfach mehr Spaß und so unterstützte er im Ehrenamt auch die Untersuchungen des Landesamts für Archäologie im Vorfeld von Baumaßnahmen. Egal ob Reichwalde, Großgrabe, Wittichenau oder Millstrich – immer war er fester Bestandteil des Grabungsteams. Dank der intensiven Arbeit in den letzten 36 Jahren kennt Manfred Kegel die archäologischen Fundstellen wie seine Westentasche.

Das Team des Museums der Westlausitz dankt ihm herzlich für seine aktive Unterstützung und gratuliert Manfred Kegel zur Auszeichnung durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz.

 Dokumentation vorgeschichtlicher Wallstrukturen auf der Schanze am „Versunkenen Schloß“ bei Dubring, Quelle: Museum der Westlausitz Kamenz Links: Manfred Kegel und Matthias Rummer (v. r.) bei der Dokumentation vorgeschichtlicher Wallstrukturen auf der Schanze am „Versunkenen Schloß“ bei Dubring, Rechts: Friederike Koch-Heinrichs auf der Schanze am „Versunkenen Schloß“ bei Dubring - STARTEN SIE DEN FILM: Archäologen am "versunkenen Schloss" - ELSTERWELLE