"Sandstein, Seestern, Saurier - Sachsen in der Kreidezeit"

geplante Sonderausstellung im Elementarium 2021

"Cool! Geschichte! Lebt!"

neue Kabinettausstellung im Sammelsurium
vom 27. September 2021

Sandstein, Seestern, Saurier - Sachsen in der Kreidezeit 16.10.2021 - 30.10.2022Sonderausstellung im Elementarium 2021

Reisen Sie mit nach Sachsen vor 90 Millionen Jahren, auf eine Inselgruppe in einem flachen Meer. Es war tropisch warm, der Meeresspiegel lag 250 Meter über dem heutigen Niveau und heftige Stürme verheerten die Umgebung.

An Land treten die moderen Blütenpflanzen ihren Siegeszug an und in den Meeren tummeln sich Fischsaurier, Ammoniten und viele andere Tiere. Aus den Ablagerungen dieser Zeit ist eine der schönsten Landschaften Deutschlands entstanden: Das Elbsandsteingebirge. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise zurück, als das Elbtal noch ein Meer war.

 

Zeichnung Maik Weber; Quelle; Maik Weber © Museum der Westlausitz Kamenz
Kreidezeit Zeichnung Maik Weber; Quelle: Maik Weber; © Museum der Westlausitz Kamenz

Wer in Sachsen die Frage stellt „Was fällt euch zur Kreidezeit ein?“, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Begriffe zu hören bekommen – „Elbsandsteingebirge“ und „Saurier“. Als Ostsee-Urlaubserinnerung kommt vielleicht noch die „Schreibkreide“ hinzu, die wir hier in Sachsen aber nicht haben. Der Elbsandstein jedoch, der in so vielen Gebäuden Dresdens verbaut wurde, ist ein marines Sediment aus genau diesem Abschnitt der Erdgeschichte.

 

 

Kreidezeit Strand; Künstler: Joschua Knüppe; © Museum der Westlausitz Kamenz
Kreidezeit Strand; Künstler: Joschua Knüppe; © Museum der Westlausitz Kamenz
Zeichnerische Darstellung einer Lebensgemeinschaft auf dem küstennahen Festland (also auch Teile der heutigen Oberlausitz) vor etwa 96 Millionen Jahren.

Was ist nun Besonderes an diesem Zeitabschnitt, der vor 145 Millionen Jahren begann und mit dem Meteoriten-Einschlag auf der Yukatán-Halbinsel in Mexiko vor 66 Millionen Jahren endete? Es ist der Zeitraum der größten globalen Meeresüberflutung der gesamten Erdgeschichte, verbunden mit einer über 100 Millionen Jahre währenden Treibhaus-Episode, die durch ihre schiere Länge das weltweite biologische und hydrologische System des Planeten vereinheitlichte. Sachsen lag in der mittleren Kreidezeit ungefähr auf dem 42. Breitengrad, wie heute Nordspanien und Mittelitalien. Bei uns war das Klima ausgeglichen, subtropisch und durchgehend wesentlich wärmer und feuchter als heute. Der Kontinent Antarktika lag nicht, so wie heute, am Südpol – so konnten sich keine großen festländischen Vereisungen bilden. In der Oberkreide (vor 100 bis 66 Millionen Jahren) war alles Eis geschmolzen und der Meeresspiegel lag im Vergleich zu heute bis zu 250 m höher. Es existierten in Zentraleuropa nur noch ein paar isolierte Inseln inmitten eines riesigen Ozeans – die Oberkreide war eine Wasserwelt. Auch Teile von Sachsen waren überflutet. Die Elbtalkreide öffnet uns ein Zeitfenster von etwa neun Millionen Jahren (vor etwa 97,5 bis 88,5 Millionen Jahren).


Sonderausstellungen im Museum der Westlausitz Kamenz