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Im Rahmen unseres Projektes Die Lebenswelt vor 1800 Jahren werden wir versuchen, den ökologischen Fußabdruck der Germanenkultur in der Oberlausitz zu ermitteln. Bisher wurde noch niemals das Konzept des ökologischen Fußabdruckes auf eine frühgeschichtliche Kultur angewendet!

Was ist der ökologische Fußabdruck ?
Der ökologische Fußabdruck ist ein pädagogisches Konzept zur Veranschaulichung des Ressourcenverbrauches unserer Gesellschaft. Er gibt an, wie viel Land- und Wasserfläche wir benötigen, um mit unserer derzeitigen Wirtschaftsweise unseren Bedarf an Gütern zu decken. Die dabei berechnete Fläche wird ins Verhältnis zur tatsächlich verfügbaren Fläche gesetzt. Der ökologische Fußabdruck zeigt uns damit auf, ob wir unsere Umwelt noch im Rahmen ihrer Regenerationsfähigkeit nutzen oder möglicherweise überbeanspruchen. Er ist somit der Indikator für Nachhaltigkeit.

Gleichzeitig dient der ökologische Fußabdruck als universelle Vergleichsgröße, die es uns ermöglicht, Gesellschaften unterschiedlicher Größe und Wirtschaftsweise einander direkt gegenüber zu stellen. In der Regel wird der ökologische Fußabdruck heutiger Städte, Regionen oder Länder berechnet. Ein häufig verwendetes Beispiel ist der ökologische Fußabdruck der gesamten Weltbevölkerung. Dieser beträgt 2,19 Hektar pro Einwohner. Tatsächlich verfügbar sind aber lediglich 1,82 Hektar an biologisch produktiver Fläche für jeden Erdenbürger. Um ihren derzeitigen Bedarf an Gütern zu decken, würde die Menschheit demnach 1,2 Planeten Erde benötigen. Es besteht also ein ökologisches Defizit. Der Ressourcenverbrauch ist somit größer als die Produktivität der weltweit verfügbaren Nutzflächen. Für Deutschland liegt der Fußabdruck bei 4,55 Hektar pro Einwohner, während die verfügbare biologisch produktive Fläche pro Einwohner 1,74 Hektar beträgt (Stand: 2006). Das ökologische Defizit für Deutschland liegt demnach weitaus höher als im Weltdurchschnitt, was mit dem hohen Lebensstandard der Deutschen zusammenhängt.

Und die Germanen...?
Für moderne Gesellschaften liegen statistische Produktions- und Verbrauchsdaten vor, die die Grundlage für die Berechnung des ökologischen Fußabdruckes bilden. Für die Germanenkultur müssen wir dagegen diese Daten selbst ermitteln. Dazu dienen uns zum einen die archäologischen Befunde, die uns Auskunft über die Wirtschafts- und Lebensweise der Germanen geben und damit die näherungsweise Berechnung des Ressourcenverbrauches ermöglichen. Zum anderen werden wir durch praktische archäologische Experimente direkt Daten zum Ressourcenverbrauch erheben. Alle diese Daten werden anschließend in die Berechnung einfließen.

Eine Berechnung des Ökologischen Fußabdruckes der Germanenkultur ist also möglich, wenn auch mit dem Vorbehalt, dass wir die Wirtschaftsweise der Germanenkultur rekonstruieren bzw. hypothetisch erschließen müssen. Unsere Ergebnisse können daher zwangsläufig nur als ein Näherungswert verstanden werden.


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